zurück         Impfschutz         Zecken

Für die Erziehung des Cockerwelpen sind die ersten Wochen und Monate von besonderer Bedeutung. Machen Sie den Welpen möglichst bald vertraut mit seiner neuen Umgebung, den Geräuschen und all den Umständen, mit denen er Zeit seines weiteren Lebens zu tun haben wird.

Gehen Sie, nachdem er das volle Impfprogramm durchlaufen hat und an die Leine gewöhnt ist, einmal mit ihm in der Stadt spazieren. Der Verkehr, das eigene Fahrzeug und ihm unbekannte Menschen und Tiere bedürfen der Gewöhnung.

Versuchen Sie bald nach der Eingewöhnung mit der konsequenten Erziehung zu beginnen und ihm Gehorsam beizubringen, solange er noch jung ist. Die Erziehung zum Gehorsam ist unter Umständen eine lebensnotwendige Lektion für den Hund.

Zwingen Sie ihn aber nicht zu früh, Dinge zu tun, die er noch nicht begreifen kann, weil sein Reifestadium noch nicht so weit ist, oder das feste Band zu Ihnen noch nicht besteht.

Haben Sie Geduld mit ihm. Versuchen Sie seinen Spieltrieb für die Erziehung zu nutzen. Lassen Sie den Hund merken, daß er nur dann einen Vorteil haben wird, wenn er einem Kommando gehorcht. Loben Sie ihn durch Streicheln, Zureden oder gar mit einem kleinen Leckerbissen.

c8.gif"

Bleiben Sie aber bitte konsequent in der Erziehung, verbieten Sie ihm nicht heute das, was er gestern noch durfte!

Geben Sie kurze Befehle in einem ruhigen Ton. Ein sensibler Hund, der auf sein Herrchen oder Frauchen fixiert ist, empfindet ein hartes Wort genauso hart, ja meist härter, als einen Klaps. Auch Mißachtung wird er meist als schwere Strafe empfinden.

Um einen Spaniel zu erziehen, dürfen in keinem Fall Schläge verabreicht werden, da sie nichts nützen und den Hund nur handscheu oder sogar bissig werden lassen.

Um einen Welpen davon abzuhalten, im neuen Heim an allerlei Sachen herumzuknabbern, können Sie z.B. absichtlich einige Sachen auf den Boden legen, den Welpen unbemerkt beobachten, um im geeigneten Augenblick bei einer Übertretung der Regel eingreifen zu können und ihn zur Rede stellen. Es ist auch sinnvoll, ihm einige Sachen als Spielzeug zu geben, die in seinen "Besitz" übergehen. Dies kann z. B. ein Gummiball, ein Spielzeugknochen, ein Rinderknochen oder ein Stoffgürtel mit Knoten sein.

Vermeiden Sie aber Materialien aus Kunststoff! Sie können dem "Nager" zum Verhängnis werden, sobald er sie verschluckt.

Füttern Sie den Welpen und den erwachsenen Hund zu geregelten Zeiten!

Nach jedem Schlafen und nach den Mahlzeiten ist der Welpe zu seinem künftigen Löseplatz zu bringen. Loben Sie den Welpen stets dabei. In kürzester Zeit wird er stubenrein sein und wissen, an welcher Stelle in seiner Umgebung er sich lösen darf. Sollte er von sich aus zu erkennen geben, daß er ein "Geschäft" machen muß, indem er hektisch anfängt durch die Wohnung zu laufen, oder indem er eine hockende Haltung einnimmt, nehmen Sie ihn sofort auf und setzen ihn nach draußen oder während der ersten Aufzuchtperiode auf den Löseplatz in der Wohnung, der mit Zeitungspapier ausgelegt wurde. Vergessen Sie nicht, ihn danach wieder zu loben!

Der kleine Welpe braucht noch viel Ruhe und Schlaf während des Tages. Richten Sie ihm hierzu einen eigenen Platz im Hause her, bevorzugterweise an einer Stelle, an der er nicht ständig gestört wird, er aber trotzdem eine gute Übersicht über das alltägliche Geschehen im Hause hat.

Machen Sie den Kindern deutlich, dass der Hund Ruhe nötig hat und er kein lebendes Spielzeug für sie ist, mit dem sie nach Herzenslust tun und lassen können, was sie wollen. Die Behandlung eines 10-wöchigen Welpen ist daher von größter Wichtigkeit. Rücksichtslose Behandlung kann den kleinen Hund auf lange Zeit, wenn nicht für sein ganzes Leben, schädigen.

Pflegen Sie das Fell des Hundes regelmäßig und machen Sie ihn von Jugend an mit Bürste, Kamm und dem Geräusch der Schere vertraut. Die gründliche Kontrolle der Ohren, die Kontrolle des Fells auf unliebsame Hausgesellen nach dem Spaziergang in Wald und Flur sind ebenfalls selbstverständlich.

Wird das Fell nicht sorgfältig gepflegt, so verfilzt es! Das Kämmen wird dann zur schmerzhaften Tortur und der Hund bekommt schon beim Anblick von Kamm und Bürste Angst.

Der erwachsene Cocker sollte dreimal im Jahr getrimmt werden. Wie der Cocker zu trimmen ist, und wie Sie dies ggf. selber machen können, wird später beschrieben. Um eine verläßliche Adresse zu erhalten, wenden Sie sich am besten vertrauensvoll an Ihren Züchter. Nichts ist schlimmer, als vom erstbesten Hundesalon das Haarkleid eines Pudels verpaßt zu bekommen. Zum Cocker gehört ein dem Standard gemäßes Haarkleid.


Impfschutz   zurück   

Mit Ausnahme der Parvovirose und der Staupe sind Welpen für gewöhnlich bis zur 10. Lebenswoche durch mütterliche Schutzstoffe geschützt. Den optimalen Schutz vor Parvovirose und Staupe erzielt man, wenn man Welpen möglichst früh, etwa ab der 6. Lebenswoche, mit speziellen Welpenimpfstoffen impfen läßt und diese sogen. Grundimmunisierung dann zusammen mit den anderen Impfungen abschließt. In der Regel wird folgendes Impfschema - gfs. kann dies nach tierärztlichem Rat abweichen - empfohlen:

Grundimmunisierung

ab der 6. Lebenswoche Aktive Immunisierung gegen Parvovirose mit einer hochtitrigen Monovakzine (Lebendimpfstoff)
ab der 8. Lebenswoche4fach-Impfung gegen Parvovirose, Staupe, Leptospirose, Hepatitis contagiosa canis
ab der 12. Lebenswoche 5fach-Impfung gegen Parvovirose, Staupe, Leptospirose, Hepatitis contagiosa canis, Tollwut
Zusätzliche Empfehlung für einen Vollimpfschutz des Welpen:GKF Bonn - Dr. med. vet. Uwe Truyen
Institut für Medizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenmedizin
Ludwig-Maximilians-Universität München
ab der 15. Lebenswoche 5fach-Impfung gegen Parvovirose, Staupe, Leptospirose, Hepatitis contagiosa canis, Tollwut

Erläuterung der Bezeichnungen SHLPT

Untersuchungen des og. Institutes haben offenbahrt, etwa nur ein Drittel der geimpften Welpen waren nach einer einmaligen Impfung in der 6. bzw. 8 Lebenswoche geschützt . Der Vorteil früher geimpfter Welpen liegt darin, dass sie den Schutz bereits zwei Wochen eher als später geimpfte Welpen haben, da sich bei Erkrankungen der Grossteil der Welpen gerade in dieser Zeit infiziert.

Das Untersuchungsergebnis hat gezeigt, egal welches Impfschemata angewendet wurde, Impfungen in der 6.+8.+12. Woche oder nur 8.+12. Woche, nach der Abschlussimfpung waren nur 92 Prozent aller geimpften Welpen geschützt. Ursachen dafür können vermutet werden in allzu starker Verwurmung der Welpen oder Befall mit anderen Parasiten, aber auch in einer angeborenen Schwäche des Abwehrsystems.

Nachdem die Welpen beider üblichen Impfschemata nochmals ab der 15. Lebenswoche nachgeimpft wurden, waren wirklich alle Welpen zu 100 Prozent geschützt.

Damit ist die Grundimmunisierung abgeschlossen. Die Impfungen wurden je nach Übergabealter des Welpen von Ihrem Züchter bereits tierärztlich veranlasst. Kontrollieren Sie den Impfpass und die Adresse und Unterschrift des Tierarztes. Sollte der Welpe früher übernommen worden sein, so obliegt Ihnen meist die Vervollständigung der vg. Grundimmunisierung. Sorgen Sie aber auch danach stets für notwendige Folgeimpfungen und Untersuchungen durch den Tierarzt.

Auslandsreisen:

Ab dem 01.10.2004 gelten in der EU weitgehend einheitliche Bestimmungen für das Reisen mit Haustieren. Für Hunde, Katzen und Frettchen, die innerhalb der EU reisen, muss dann ein neuer, einheitlich gestalteter Ausweis mitgeführt werden. Der EU-Heimtierpass wird von den niedergelassenen Tierärzten ausgestellt, die für diesen amtlichen Vorgang von den zuständigen Behörden ermächtigt worden sind. Ab Juni steht der neue Ausweis in den Tierarztpraxen zur Verfügung.

Irland, Schweden, und das Vereinigte Königreich dürfen darüber hinaus für eine Übergangszeit von mindestens fünf Jahren ihre bisherigen schärferen Anforderungen an den Tollwut-Impfschutz (Blutuntersuchung auf Antikörper) und besondere Bestimmungen für eine Behandlung gegen Fuchsbandwurm- und Zeckenbefall beibehalten.

Die Kritik

Nicht unerwähnt sollen an dieser Stelle aber auch kritische Stimmen zu den jährlichen Folgeimpfungen bleiben. So veröffentlichte der Westdeutsche Rundfunk unter "Hundeimpfungen – Kritik an der Impfpraxis nimmt zu!" eine äusserst kritische Betrachtung zur herrschenden jährlichen Impfpraxis:

Viele Hundehalter lassen ihr Tier regelmäßig jedes Jahr impfen. Damit folgen sie den Empfehlungen der Pharmahersteller und dem Rat vieler Tierärzte. Diese Impfpraxis wird allerdings zunehmend kritisiert. In den letzten Jahren wächst kontinuierlich die Zahl von Hochschulveterinären, die die häufigen Impfungen für schädlich, zumindest aber für unnötig halten. Geimpft werde in der Regel mit fünf- bis siebenfachen Kombinationspräparaten. Dabei ist die in der Kombination enthaltene Tollwutimpfung die eigentliche Taktgeberin der jährlichen "umfassenden" Auffrischungen. Aufgrund neuerer Erkenntnisse sind inzwischen an einigen Universitäts-Veterinärkliniken die bisherigen Impfpläne revidiert worden. Eine unbestrittene Ausnahme bilde lediglich die Tollwutimpfung aufgrund gesetzlicher Regelungen. Ferner wird bei grenzüberschreitenden Reisen in vielen Ländern der Nachweis einer Tollwutimpfung verlangt.

Weitere Hinweise aus den USA zu dieser Thematik finden sie unter:

Vaccination News - http://designerbostons.homestead.com/misc.html:

27 tierärztliche Lehrstühle in Nordamerika ändern derzeit ihre Impfempfehlungen, so die jüngste Ausgabe des Rundschreibens des "Senior Dogs Project's". Es wird berichtet, dass 27 tierärztliche Lehrstühle in Nordamerika die bisherigen Impfempfehlungen ändern. Hier, kurz aufgezeigt, die neuesten Empfehlungen:

Hunde und Katzenimmunsysteme sind ab dem 6 Monat voll entwickelt. Wenn danach ein verändertes lebendiges Virus (MLV) als Impfstoff gegeben wird, so erzeugt es Immunität, welches lebenslang anhält (z.B. Hundestaupe, Parvo, katzenartige Staupe). Wird nochmals der MLV Impfstoff ein Jahr später gegeben, so neutralisieren die Antikörper des ersten Impfstoffes die Antigene des zweiten Impfstoffes und es besteht nur noch eine geringe oder gar keine Wirkung mehr. Es werden weder Titer 'gefördert' noch werden mehr Gedächtniszellen induziert.

Nach dem Bericht sind nicht nur jährliche Zusatzverstärker für Parvo und Staupe unnötig, sie unterwerfen sogar das Haustier potentiellen Risiken von allergieempfindlichen Reaktionen und immun-vermittelter Hämolytischer Anämie. Es gebe derzeit keine wissenschaftliche Dokumentation, um einen Anspruch auf jährliche Wiederholugsimpfungen von MLV Impfstoffen zu verteidigen.

Hunde empfangen Antikörper durch ihre Mutternmilch. Dieser natürliche Schutz kann 8-14 Wochen dauern. Hundewelpen und Kätzchen sollten erst ab der 8 Woche geimpft werden.

Die mütterlicherseits übertragene Immunität würde ansonsten den Impfstoff neutralisieren und somit nur geringen Schutz (0-38 %) erzeugen. Auch Impfungen, welche auf 2 Wochen verteilt werden, verhindern eher als sie das immune System anregen. Erst ab der 8. Woche sollten deshalb abgestufte Impfungen mit einer Pause von 3-4 Wochen bis zur 16. Woche verabreicht werden.

Eine weitere Impfung nach etwa 6 Monaten (üblicherweise ab dem 1. Jahr und 4 Monaten) sorge dann für eine lebenslängliche Immunität.


Zecken

Die Zeckenzeit beginnt bei durchschnittlichen Tagestemperaturen über 10'C

In unseren Breiten handelt es sich in erster Linie um die Borreliose und die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), die von Zecken auf Mensch und Tier übertragen werden. Auch die in Deutschland nur selten vorkommende Babesiose gehört zu den von Zecken übertragenen Krankheiten. Alle diese Krankheiten unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Verbreitungsgebiete, Entstehung der Symptome und der Behandlung. Sie haben aber eine Gemeinsamkeit: die Übertragung durch die Zecke!

Für ihre Entwicklung benötigen die Zecken durchschnittliche Tagestemperaturen über 10'C. In der freien Natur beginnt bei uns daher die Zeckenzeit im Februar / März und endet im Oktober / November. April bis Juli gelten als Zeiten höchster Aktivität.

  Die Borreliose-Impfung bei Hunden - von Prof. Dr. Roland Friedrich - Universität Giessen (überarbeitet 2007)


Gehen Sie bitte sofort zum Tierarzt, sollten sich ernsthafte Anzeichen auf eine Krankheit einstellen. Ausreichende Informationen über Hundekrankheiten erhalten Sie von Ihrem Tierarzt. Versuchen Sie niemals Ihren Hund bei Krankheiten auf eigene Faust zu kurieren. Tun Sie das bitte nicht! Sie können damit großen Schaden anrichten.

zurück   Seite oben   Ernährung    Pflege   Trimmen   Index